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›Intersection‹ 24/07/2022—17/09/2022

›Intersection‹ 24/07/2022—17/09/2022

 

Konstanz 24/07/2022—17/09/2022

In unserer großen Sommershow präsentieren wir ausgewählte Arbeiten von elf künstlerischen Positionen.

Patrick Cierpka, *1967 Giengen

Der Künstler studierte bei Karl Horst Hödicke an der Universität der Künste und glänzte als Meisterschüler der Malereiklasse, heute lebt und arbeitet er in Berlin. In seinen feinfühligen Arbeiten spielt Patrick Cierpka mit Licht und Schatten, setzt facettierte Farbe gegen strahlendes Weiß. Man könnte den Eindruck gewinnen, dass Patrick Cierpkas Arbeiten wie eine offene Linse einer Kamera wirken, die einen enormen Lichteinfall auffangen. Sonnenschein und Farbe spielen zusammen, erscheinen auf wasserartigen Flächen, dringen durch das Geäst von Bäumen. Es lässt sich kein oben oder unten ausmachen und der Betrachter wird dazu eingeladen, in eine Erfahrung fern von Raum und Zeit einzutauchen: Die Zeit scheint still zu stehen, der Raum nicht zu existieren. ›Es ist Sommer. Ich liege auf einer Wiese, neben mir eine Waldlichtung. Dann öffne ich die Augen nur ganz kurz, nur einen Spalt – und genau dieser Moment ist es, der mich fasziniert. Den will ich in meinen Werken abbilden‹, sagt Patrick Cierpka.

Marc Jung, *1985 Erfurt

In Berlin und Erfurt arbeitet der Meisterschüler von Prof. Wolfram Adalbert Scheffler an seinen schrillen Werken. Immer wieder bezieht er sich hierbei sowohl mit seinen Bildgegenständen als auch mit den jeweiligen Titeln auf die zeitgenössische Popkultur. Hierbei bedient er sich vielschichtiger Materialien, mit welchen er in energetischem Duktus die figurativen Momente zur Erscheinung bringt. Es sind keine abstrakten Gedankenkonstrukte, welche ihn leiten, keine artifiziellen Erklärungsversuche der Welt. Er schafft neue Bildwelten, hin und wieder auch große Meister der Kunstgeschichte zitierend, bleibt jedoch im Aufbau seiner Arbeiten stets den Idealen der Kunstgeschichte verpflichtet. Es ist seine eigene, sich moderner Stilmittel und Symbolik bedienende Bildsprache, die diese Demokratisierung der Kunst und ihrer Rezeption ermöglicht. Marc Jungs Werdegang zeugt vom ersten Moment seiner künstlerischen Tätigkeit an von der Ernsthaftigkeit seiner Arbeit.

Katrin Kampmann, *1979 Bonn

Die in Berlin arbeitende Künstlerin Katrin Kampmann entführt uns mit ihren farbenfrohen Werken in eine traumgleiche Welt der fließenden Farben. Sie studierte an der Universität der Künste in Berlin und war 2006 Meisterschülerin bei Prof. K.H. Hödicke. Sie selbst beschreibt sich als Künstlerin, die während den intensive Schaffensphasen im Atelier abtaucht und die Großstadt um sich herum vergisst. Hierbei seien stets die Farben das Thema ihrer Bildwelten, deren Vibration und die Erzeugung von Farbklängen. Hierbei spielt sie bewusst mit der Rolle der Betrachtenden, deren Auge über die Bilder wandert und somit ganz individuelle Bewegungsmuster erzeugt. „Ich suche nach einem Motiv, nehme es und halte es fest.“, beschreibt Katrin Kampmann ihren künstlerischen Prozess.

Florian Lechner, *1981 Burghausen

Florian Lechner lebt und arbeitet in München wo er auch sein Studium der Bildhauerei bei Hans Op de Beek und Hermann Pitz absolvierte und als Meisterschüler beendete. Klare Linien, schlichte Eleganz und farbliche Reduktion zeichnen seine zunächst nüchtern wirkenden Werke aus. Hierbei werden die klassischen Begrenzungen der Gemäldekunst überwunden und der Raum von den akkuraten Gebilden vereinnahmt. Florian Lechners Oeuvre besticht durch klare Linien, schlichte Eleganz in Schwarz-Weiß und einer geradewegs opulenten Reduktion. Der erste Eindruck der Werke trügt meist: was zunächst nüchtern und neutral wirkt, unterwandert Lechner mit subtilen Mitteln. Seine Objekte im Wandformat wissen sich aus den Begrenzungen der klassischen Gemäldekunst zu befreien und erobern den Raum. Lechner löst das Kunstwerk von seiner physischen Existenz, verschiebt es ins Ephemere und jongliert mit der Wahrnehmung des Betrachters. Florian Lechner lebt und arbeitet in München.

David Lehmann, *1987 Luckau

Der Künstler absolvierte sein Studium der Bildenden Künste an der Universität der Künste in Berlin. 2014 war er Meisterschüler bei Valerie Favre, heute lebt und arbeitet er in Cottbus. David Lehmann spielt in seinen Werken gekonnt mit der Koexistenz von inhaltlichen und technischen Möglichkeiten. Immer wieder lässt sich die schmale Gratwanderung zwischen zwei Extremen innerhalb seiner Bildwelten beobachten: Witz wird tiefem Ernst gegenübergestellt, Farbe gegenüber Form auf der Leinwand ausgespielt, während Figuration neben subtiler Abstraktion existent wird. Darüber hinaus bedient der Künstler sich der spannenden Verwobenheit von Vergangenheit und Zukunft, indem er kunsthistorische Rückbezüge einfließen lässt, welche zeitgeschichtlichen Sujets gegenüberstehen. Dabei nimmt sein künstlerisches Alter Ego ebenso Gestalt innerhalb der Leinwandarbeiten ein. 

Chris Newman, *1958 London 

Chris Newman ist ein experimenteller Grenzgänger zwischen den Sparten der Musik, Malerei, des Videos, der Zeichnung und Literatur. Seit Anfang der achtziger Jahre komponiert Newman Konzerte und Musikperformances für Festivals und Radioproduktionen sowie orchestrale Auftragswerke. Seit 1989 widmet er sich der Malerei.

In der Folge entstehen seit 1994 Installationen, die in Form von Live-Installationen und installierten Konzerten zwei verschiedene Medien miteinander kombinieren, welche sich wechselseitig bestärken. In jüngster Zeit präsentiert er seine Gemälde verstärkt skulptural und installativ, zerschneidet die Leinwände und näht sie versetzt zusammen. 

Carsten Nicolai, *1965 Chemnitz

Carsten Nicolai studierte zunächst Landschaftsarchitektur in Dresden (1985-1990). Er zeigt seine Arbeiten bereits seit 1986 als Bildender Künstler in namhaften Galerien, Städtischen Kunstsammlungen, internationalen Museen und zum Beispiel auch auf der documenta in Kassel und der Biennale in Venedig. Seit 2015 arbeitet er als Professor für Kunst mit Schwerpunkt digitale und zeitbasierte Medien an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Als Musiker ist Nicolai unter seinem Pseudonym Alva Noto einer der bekanntesten Vertreter der zeitgenössischen elektronischen Musik. Heute lebt er in Berlin und Chemnitz. Er ist Teil einer Künstlergeneration, die intensiv im Übergangsbereich zwischen Musik, Kunst und Wissenschaft arbeitet. In seinem Werk versucht er, die Trennung der Sinneswahrnehmungen des Menschen zu überwinden, indem er Lichtfrequenzen und akustische Signale für Augen und Ohren wahrnehmbar macht. Seine Arbeiten befinden sich in einer großen Anzahl internationaler öffentlicher Sammlungen und er ist Preisträger zahlreicher Stipendien und Gewinner internationaler Preise.

Jirka Pfahl, *1976 Wurzen

Der Künstler lebt und arbeitet in Leipzig, wo er unter anderem bei Prof. Helmut Mark an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studierte. Die klar strukturierten Wandobjekte erweisen sich in der näheren Betrachtung als akkurat gearbeitete Papierfaltungen, die in ihrem Wechsel zwischen hervordrängenden und zurückweichenden Elementen neuartige Muster erkennen lassen. Das hier zugrundeliegende mathematische Prinzip der Arbeiten entfalten eine strenge Schönheit. Die unterschiedlichen Arbeitstechniken und die Überführung zugrunde liegender Konzepte in digitale Formen zeigen die künstlerische Bandbreite sowie Wandlungsfähigkeit des Künstlers. In jeder noch so unterschiedlich gewählten Kunstform schafft es Jirka Pfahl, den Betrachter zu fesseln und zu inspirieren.

Römer + Römer, Nina Römer *1978 Moskau, Torsten Römer *1968 Aachen

Nina und Torsten Römer bilden seit 1998 das Künstlerduo Römer + Römer und studierten beide bei Prof. A.R. Penck in Düsseldorf. Als Inspirationsquellen ihrer pointillistischen Arbeiten finden wiederholt Fotografien gemeinsamer Reisen ihren Weg in die Bildwelt. Festivals und fremde Orte werden in minutiöser Arbeit und kollektiver Malweise auf die Leinwände gebracht und entfalten besonders in den großen Formaten eine beeindruckende Wirkmacht. Der Prozess des Vor- und Zurücktretens vor ihren Werken spielt eine erhebliche Rolle in der Betrachtung. Während sich die gezeigten Szenen aus der Ferne betrachtet als klar umrissene Momente offenbaren, die beinahe fotorealistisch anmuten, beweisen sich die Leinwände aus der Nähe betrachtet als Meisterwerke der pointillistischen Malerei. Jeder Berührungsmoment des Pinsels auf der Leinwand wird mit Bedacht gesetzt und manifestiert sich in Koexistenz mit weiteren Farbspuren zur fest umrissenen Form.

Sandra Schlipkoeter, *1979 Solingen

Sandra Schlipkoeter legt ihren Arbeiten ein physikalisches Phänomen zugrunde, welches sie aus dem Raum des Un-Sichtbaren isoliert und es in einen sichtbaren Kontext überträgt. Interferenzen sind Überlagerungen von Wellen im optischen Raum, die komplexe Linienmuster erzeugen und die mittels eines digitalen Fotos in den Computerbildschirm sichtbar gemacht werden. Wellenartige Linien scheinen sich in nicht definierbarer Rhythmik auf dem Bildschirm zu manifestieren.

Miriam Vlaming, *1971 in Düsseldorf

Miriam Vlaming studierte bei Prof. Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchdruck in Leipzig. Sie lebt und arbeitet in Berlin. In ihren geheimnisvollen Bildwelten verhandelt sie die direkte Gegenüberstellung von Menschen und Natur, wobei ein stetiges Changieren zwischen Abstraktion und Figuration die Betrachtenden auf eine Reise der Entdeckung schickt. Mal lasierend, an anderer Stelle wieder pastos beweist sich die Künstlerin als versierte Meisterin der Farbe. Anhand von zweideutigen Metaphern tastet die Künstlerin sich voran in eine Welt voller Enigmen, für die es gilt, sowohl für die Künstlerin als auch für die Rezipienten, eine eigene Geschichte zu spinnen. Ungeklärte Fragen lassen sich vermuten und das Vertraute und Existenzielle wird in den Mittelpunkt gerückt. 

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