Lachenmann Art

Jardin japonais

Ausstellungsansicht LARS TEICHMANN Jardin Japonais, Eingang 2, Photo Eric Tschernow
Ausstellungsansicht LARS TEICHMANN Jardin Japonais, 1, Photo Eric Tschernow
Ausstellungsansicht LARS TEICHMANN Jardin Japonais, 5, Photo Eric Tschernow
Ausstellungsansicht LARS TEICHMANN Jardin Japonais, 3, Photo Eric Tschernow
Ausstellungsansicht LARS TEICHMANN Jardin Japonais, 4, Photo Eric Tschernow
Ausstellungsansicht LARS TEICHMANN Jardin Japonais, 2, Photo Eric Tschernow
Install View @Lachenmann Art Konstanz, Lars Teichmann ›Jardin japonais‹
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›Jardin Japonais‹

 

Lars Teichmann     works

Konstanz 22/03/2022 - 18/05/2022

Die Gemälde des in Berlin lebenden Künstlers Lars Teichmann laden uns ein, einen Spaziergang durch eine neue Bildwelt zu unternehmen und entführen uns mit der Thematik der Geisha in eine verzaubernde, und zugleich ausdrucksstarke Umgebung. Pastellfarbe Flächen schmiegen sich an konturierte schwarze Umrisslinien, Figuren personifizieren sich über eine farbliche Absetzung zum monochromen Hintergrund und treten in ihrer überlebensgroßen Erscheinung in direkte Kommunikation mit den Betrachtenden. Die weißen Leerstellen der Gesichter bleiben hierbei undefinierte Momente der Körper, über welche wir unseren subjektiven Empfindungen und Assoziationen in uns vertraut wirkende Darstellungen projizieren.

Die Reduktion der Darstellungsmittel und Kompositionen orientiert sich bei Lars Teichmann meist an kunsthistorischen Zitaten, die sich zunächst unbewusst einschreiben. Als Inspirationsquelle seiner neuen hier gezeigten Arbeiten nutzt Lars Teichmann die japanische Druckgrafik, schafft somit die Übersetzung einer alten Tradition in die Gegenwart und legt den Fokus der Darstellungen auf das Wesen und den Charakter der Erscheinung. Besonders die colorierten Drucke des 18. Jahrhunderts schreiben sich hierbei ein. Das Fehlen von Licht- und Schatteneffekten sowie der Verzicht auf eine klassische perspektivische Wirkung gelten als signifikante Mittel dieser Technik Grafiken. Eine Illusion von Tiefe wird dabei durch die Überlagerung einzelner Elemente geschaffen, deren Ausführung stets auf kleine Formate beschränkt blieb und durch Lars Teichmann in einer zeitgenössischen Manier in großformatige Bildmomente übersetzt wird.

Auch wenn sich der Künstler wiederholt an Momenten der Vergangenheit orientiert und sich somit als Kenner der Kunstgeschichte beweist, spielt er bewusst mit der Anregung des kollektiven Gedächtnisses. Die Gemälde sind mit Themenwelten angereichert, die in jedem Betrachter Erinnerungen, Assoziationen und subjektive Gedankenspiele wecken. Für den Künstler stellt die „Wiederbelebung einer Assoziation“ einen Mehrwert für ein Gemälde dar, da der Betrachter einen Reiz erhält, welcher im Körper weiterarbeitet und somit einen hohen Grad der Wiedererkennung mit weitem Interpretationsspielraum innehat.

Die Serie der japanischen Arbeiten, in welcher sich wiederholt das Motiv der Geisha findet, beweist sich als besonders interessant in Hinblick auf ikonographische Referenzen und seine charakteristische Darstellungsweise. Die Geisha als Unterhaltungskünstlerin, Bewahrerin der japanischen Tradition, gebildete Frau von Anmut und Kennerin der Künste zeigt sich hier als bekanntes Thema. Für den Künstler ist dabei besonders faszinierend, dass die Kultur Japans auch im frühen 20. Jahrhundert Einzug in den westlichen Kulturkreis erfuhr und viele der asiatischen Sujets und Motive bereits Teil des kollektiven Gedächtnisses wurden. Lars Teichmann entführt uns mit seinen Arbeiten in die Auseinandersetzung mit einem traditionellen Thema, welches der Künstler aktualisiert und ins Zeitgenössische übersetzt. Seine Werke changieren stets zwischen Figuration und Abstraktion, fordern den Betrachter somit aktiv heraus und sensibilisieren uns für eine Eigenleistung der Wahrnehmung.

Auch das Kabuki-Theater der japanischen Edo-Periode nutzt Lars Teichmann als Quelle der Inspiration und schreibt dieses gesellschaftliche Erlebnis aus Gesang, Tanz und Pantomime thematisch ein, wobei ihn besonders die Kostüme und märchenhafte Bühnengestaltung interessieren.

Eine reduzierte bühnenhafte Inszenierung, die Darstellung opulenter Stoffe -beides gekonnt durch nur wenige Pinselstriche lesbar- ist ein wiederkehrendes Element im Werk des Künstlers. Während die Tradition der Geisha-Kultur sich unter anderem durch das starke Schminken des Gesichts auszeichnet, was eine fast maskenhafte Wirkung hervorruft, zeigt sich das Motiv des „assoziativen Gesichts“ ebenfalls als absolutes Wiedererkennungsmerkmal in Lars Teichmanns Oeuvre. Dieser eindrucksvolle Ansatz einer doppelten Einschreibung der weißen „Leerstelle“ der Gesichter unterstützt die ikonografische Lesbarkeit der Werke. Er selbst beschreibt diesen Ausdruck als wichtigen Moment seines Arbeitens, da eine jede Figur auch ohne das minutiöse Ausarbeiten der Gesichtszüge deutlich Stimmung, Haltung und Atmosphäre vermittle. Wie die Darsteller auf einer Bühne zeigen sich die gesichtslosen Personen, treten nicht nur mit dem Betrachter in eine geheimnisvolle Kommunikation, sondern nehmen auch über den Ausstellungsraum hinweg Kontakt untereinander auf.

The paintings of Berlin-based artist Lars Teichmann invite us to take a walk through a new pictorial world and, with the theme of the geisha, transport us into an enchanting, yet expressive environment. Pastel-coloured surfaces nestle up against contoured black outlines, figures personify themselves through a colourful contrast to the monochrome background and, in their larger-than-life appearance, enter into direct communication with the viewer. The white spaces of the faces remain undefined moments of the bodies, through which we project our subjective feelings and associations into representations that seem familiar to us.

Lars Teichmann's reduction of the means of representation and compositions is usually based on art historical quotations, which initially inscribe themselves unconsciously. As a source of inspiration for his new works shown here, Lars Teichmann uses Japanese prints, thus creating the translation of an ancient tradition into the present and placing the focus of the representations on the essence and character of the appearance. Especially the coloured prints of the 18th century inscribe themselves here. The absence of light and shadow effects as well as the renunciation of a classical perspective effect are regarded as significant means of these technique prints. An illusion of depth is created by superimposing individual elements, the execution of which has always been limited to small formats and is translated by Lars Teichmann into large-format pictorial moments in a contemporary manner.

Even though the artist repeatedly takes his cue from moments of the past and thus proves himself to be a connoisseur of art history, he deliberately plays with the stimulation of collective memory. The paintings are enriched with thematic worlds that awaken memories, associations and subjective mind games in every viewer. For the artist, the "revival of an association" represents an added value to a painting, as the viewer receives a stimulus that continues to work in the body and thus has a high degree of recognition with a wide scope for interpretation.

The series of Japanese works, in which the motif of the geisha is repeatedly found, proves to be particularly interesting in terms of iconographic references and its characteristic mode of representation. The geisha as entertainer, preserver of Japanese tradition, educated woman of grace and connoisseur of the arts is revealed here as a familiar theme. What is particularly fascinating for the artist is that the culture of Japan also found its way into Western culture in the early 20th century and that many of the Asian subjects and motifs had already become part of the collective memory. With his works, Lars Teichmann takes us into an examination of a traditional theme, which the artist updates and translates into the contemporary. His works always oscillate between figuration and abstraction, thus actively challenging the viewer and sensitising us to an inherent power of perception.

Lars Teichmann also uses the Kabuki theatre of the Japanese Edo period as a source of inspiration and thematically inscribes this social experience of song, dance and pantomime, whereby he is particularly interested in the costumes and fairytale-like stage design.

A reduced stage-like staging, the depiction of opulent fabrics -both skilfully readable by only a few brushstrokes- is a recurring element in the artist's work. While the tradition of geisha culture is characterised, among other things, by the heavy use of make-up on the face, which creates an almost mask-like effect, the motif of the "associative face" also emerges as an absolutely recognisable feature in Lars Teichmann's oeuvre. This impressive approach of a double inscription of the white "empty space" of the faces supports the iconographic readability of the works. He himself describes this expression as an important moment in his work, as each figure clearly conveys mood, attitude and atmosphere even without the meticulous elaboration of facial features. Like performers on a stage, the faceless persons appear, not only entering into a mysterious communication with the viewer, but also establishing contact with each other across the exhibition space.

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